Hilft Ozon gegen Bettwanzen? – Leserfrage

Warnzeichen Totenkopf

Ozon ist ein gefährliches Gas!

Die folgende Frage(n) wurden mir von einem Leser zugeschickt, alle persönlichen Details sind natürlich verändert worden:

Die Situation

„Ich habe seit letzten November Bettwanzen. Ein Versuch der Eigenbehandlung mit Chrysamed ist gescheitert und auch der zweimalige Besuch des Kammerjägers, der auch Chrysamed anwendete, hat nichts gebracht. Im Moment nehme ich gerade meine ganze Wohnung (50m2) auseinander, staubsauge, wasche alles bei 60°C usw. Leider kann ich mir, aus finanziellen Gründen, keine Thermobehandlung leisten.“

Die Fragen

„Ich habe die Möglichkeit, ein Ozon-Gerät zu leihen. Hilft Ozon gegen Bettwanzen und welche Alternative gibt es zu Chrysamed?“

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Meine Antworten:

Zuerst Mal zum Thema „Ozon und Bettwanzen“. Ozon tötet in der Tat Bettwanzen ab, aber nur im Labor und dann nur in sehr hoher Konzentration. So hoch, dass es für Mensch, Tier und Pflanzen sehr gesundheitsschädlich wird. Also ein Ozon-Gerät wie es handelsüblich zur „Luftreinigung“ benutzt wird, erzeugt, hoffentlich!, nicht die nötige Konzentration in der Atemluft und vor allen Dingen wird das erzeugte Gas auch nicht in der notwendigen Menge in die Ritzen und Spalten eindringen wo sich die Bettwanzen verstecken. Also, Hände weg vom Ozon! Mehr über Ozon, und besonders die damit verbundenen Gesundheitsgefahren, können Sie hier lesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Ozon

Chrysamed Alternative. Es wundert mich ja schon, dass der Kammerjäger Chrysamed benutzt hat, da ja die erste Eigenbehandlung mit diesem schon fehlgeschlagen ist, aber besonders weil es ein Mittel zur Vorbeugung und Abwehr, nicht zur Bekämpfung, ist. Siehe auch diesen Artikel: http://bettwanze.org/bettwanzenspray/04/2012/ Hat er wirklich Chrysamed benutzt oder vielleicht doch ein anderes Mittel?

Abgesehen vom staubsaugen (Achtung, Beutel anschließend dicht verpacken und gleich entsorgen, sonst besteht Verschleppungsgefahr!), heiß waschen / trocknen, einfrieren usw. sollte auch noch in Betracht gezogen werden ob es sich um einen Einzelfall im Haus handelt, nur in Ihrer Wohnung, oder ob die Nachbarn vielleicht auch betroffen sind. Dann wäre es natürlich wichtig, dass sich alle zusammen tun, um den Befall gleichzeitig zu bekämpfen. Auch der Vermieter ist dann eventuell verpflichtet einen Teil der Kosten zu tragen und / oder eine Mietminderung zu akzeptieren. Siehe auch: http://bettwanze.org/kammerjager-kosten/11/2011/

Auf jeden Fall würde ich dazu raten den Kammerjäger zu wechseln, da ja ein zweimaliger Besuch nichts gebracht hat. Ich würde gezielt nach einem suchen, der Erfahrung mit Bettwanzen hat. Falls Geld ein Problem ist, würde ich mich auch an das Sozialamt wenden und fragen ob dieses eine Beihilfe zu den Kosten leisten würde.

Falls das alles nicht hilft / möglich ist würde ich nach der gründlichen Säuberung der ganzen Wohnung (einschließlich Matratzen und Möbel!) und dem wegpacken aller gereinigten, Bettwanzen-freien, Dinge die man nicht lebensnotwendig braucht, zu einer Langzeitbehandlung mit Kieselgur raten. Hier bitte beachten, das es immer besser ist einen erfahrenen Kammerjäger zu beauftragen, als selber zu behandeln und dass bei der Anwendung von Kieselgur bestimmte Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen, siehe: http://bettwanze.org/kieselgur-kaufen/01/2012/ Bitte unbedingt auch die Kommentare lesen!

Ich hoffe, das hilft ein bisschen weiter!

 

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