Bettwanze – Stich oder Biss?

Wenn Sie sich mehr dafür interessieren wie Bettwanzen Stiche aussehen, empfehle ich Ihnen die beiden folgenden Artikel hier auf dieser Webseite:

Wenn Sie dagegen die Wissenschaft hinter Bettwanzenstichen und Bettwanzenbissen wissen möchten, lesen Sie bitte weiter 😉

Eine andere Sache, über die sich viele nicht klar sind, ist ob Bettwanzen eigentlich beißen oder stechen. Umgangssprachlich denkt man ja bei Stich an Stachel, den die Bettwanze nicht hat, und bei Biss an Zähne, die sie aber auch nicht hat! Um diese Frage endgültig zu klären, ist es notwendig sich zuerst einmal mit der Anatomie von Cimex lectularius, wie die Bettwanze so schön aus ‚wissenschaftlich‘ heißt zu beschäftigen:

Bettwanzen Ernährung

Die Bettwanze ist ein obligatorischer Blutsauger, das heisst wenn sie zu lange kein Blut bekommt, verhungert sie, da sie keine anderen Nahrungsquellen auswerten kann. Bevor jetzt grosse Freude herrscht muss schnell hinzugefügt werden, das Bettwanzen bis zu 40 Wochen fasten können ohne Schaden zu nehmen. Wer Bettwanzen nur mit dieser Methode loswerden möchte, muss die eigenen vier Wände schon ganz schön lange verlassen…

Die Mundwerkzeuge der Bettwanzen sind im Prinzip nichts anderes als ein stechender und saugender Strohhalm. Mit diesem Spezialinstrument ernährt sich dieser Parasit, der ein Zivilisationsfolger ist, vorzugsweise von Menschen, aber auch von Fledermäusen, Vögeln und Haustieren, wenn kein Mensch ‚zur Verfügung‘ steht.

Die Tapetenflunder, wie das Biest auch umgangssprachlich heißt, kann dabei allergische Reaktionen beim Wirt hervorrufen die von schwerwiegend zu unbemerkt reichen. Dies hängt von der Disposition des Wirtes ab, nicht von den Bettwanzen selber.

Und zur Vermehrung ist es auch wichtig, das das Weibchen mindestens eine Blutmahlzeit zu sich genommen hat. Genau wie die Larven, die das nächste Stadium der Entwicklung ohne Blut nicht erreichen können. Bin ich die Einzige die an Vampire denkt, wenn es zu Bettwanzen kommt?

Bettwanzen Anatomie und Nahrungsaufnahme

Bettwanze, Kopf und Mundwerkzeuge, Nahaufnahme.

Bettwanze, Kopf und Mundwerkzeuge, Nahaufnahme. Foto (c) Prof. Richard Naylor, mit Erlaubnis benutzt.

Bettwanzen gehören zur Gattung der ‚Schnabelkerfen‘, genauer gesagt zu den Hemiptera, eine Insektenordnung der Neoptera (Neuflügler) von denen es in Europa ungefähr 8000 gibt. Und zu diesen gehören eben auch die Tapetenflundern, ‚tschuldigung, die Bettwanzen, zusammen mit den Zikaden und den, ungefährlichen, wenigstens für den Menschen, Pflanzenläusen.

Allen diesen ist gemeinsam, das sie als Schnabelkerfen einen distinguierten Aufbau der Mundwerkzeuge haben. In einfachen Worten heißt das, das die Unterlippe eine, fast geschlossene, Rinne bildet und das Unter- und Oberkiefer, während der Evolution, zu Stilett-artigen Stechborsten umgebildet worden sind. Diese sind an der Spitze gezähnt und der Unterkiefer hat zwei, parallele, gefalzte Rinnen (Maxillen), die es erlauben das sich dieser so zu zwei Röhren vereinigt. Die obere Röhre ist dazu da die Nahrung (Blut) aufzunehmen, während die untere, und kleinere, den Speichel befördert. Die speziellen Stechborsten (Mandibeln) die auch gezähnt sind, sind es die den Bettwanzen ermöglichen die menschliche Haut zu durchdringen, und sie liegen an der Seite der Oberlippe, welche dann die Unterlippe im basalen Teil deckelt.

Und an der Unterseite des Insektenkopfes kommt dann das Rostrum (der Stechrüssel) hervor, welcher aus mehreren Teilen besteht. Dieser, zusammen mit den Mandibeln und Maxillen, durchdringt dann die Haut des menschlichen Opfers und saugt das Blut aus, wobei der Speichel schmerzbetäubend und blutverdünnend wirkt. So fliesst das Blut reichlich und der schlafende Mensch spürt nichts und die Bettwanzen können in Ruhe speisen! Ach ja, und wenn die Bettwanzen ihre Mahlzeiten beendet haben, was bis zu zehn Minuten dauern kann, packen sie ihren Stech-Saugrüssel wieder ein – bis zur nächsten Mahlzeit!

Bettwanze Kopf, digitale Aufnahme.Wem das alles zu theoretisch klingt, sollte sich mal die Bilder rechts anschauen, das erste zeigt eine mikroskopische Aufnahme des Bettwanzenkopfes und das zweite hat die Mundwerkzeuge eingefärbt. Vielleicht wird die Sache dann klarer 😉

Zusammenfassung

Bettwanzen haben keinen Stachel, aber stechen mit ihrem Stech-Saugrüssel, sie haben keine Zähne, aber schneiden mit ihrem gezähnten Mundwerkzeugen in einer vorwärts und rückwärts Bewegung durch die Haut des Opfers und dringen dann mit ihrem Rüssel in die Wunde ein um Blut zu saugen. Deshalb ist es ganz in Ordnung sowohl von Bettwanzenbissen, als auch von Bettwanzenstichen zu sprechen!

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